1898: Steinträger Georg Schönberger vor dem Schwurgericht München
Datum: 6.10.1898 – Genauigkeit: Tag (Verhandlung Donnerstag, 6.10.1898; Bericht 11.10.1898)
Aus dem „Wendelstein“ vom 11. Oktober 1898, „Oberbayerisches Schwurgericht“:
Nicht alle Balbersdorfer blieben im Dorf. Georg Schönberger arbeitete als Steinträger in München. Am Donnerstag, dem 6. Oktober 1898, stand er mit sechs anderen jungen Männern vor dem Schwurgericht am Landgericht München I („30. Fall“) wegen des „Verbrechens des Landfriedensbruches“. Die Münchner Neuesten Nachrichten hatten den Termin schon am 14. September angekündigt.
Nach dem Bericht ging es um die Nacht vom 21. auf den 22. Februar 1898 in der Görresstraße. Holzleitner, Schönberger, Felasko und Sprißler hatten mit einer Frau das Gasthaus „Görresgarten“ verlassen. Wegen der Frau kam es an der Friedhofsmauer zu einer Rauferei mit jungen Leuten aus dem „Grünen Hof“. Felasko holte Verstärkung mit dem Ruf „die hauen wir durch“. Schließlich stürmte die Gruppe ein bewohntes Gebäude, schlug Fenster ein und bedrohte Personen. Ein Schreiner wurde durch einen Steinwurf am Kopf verletzt. Die Zeitung spricht von „lauter schon mehrfach vorbestraften Individuen“.
Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage. Schönberger erhielt wie Felasko, Krimmer und Holzleitner zehn Monate Gefängnis, Sprißler und Tiefenmoser je sechs Monate, Krieg vier Monate.
Hinweis: Dass „Balbersdorf“ hier unser Ort ist, ist sehr wahrscheinlich, weil uns kein anderes Balbersdorf bekannt ist, aber nicht ausdrücklich belegt.

Quellen
Bildnachweis/Lizenz: Scan-Ausschnitt aus: Wendelstein. 1898 = Jg. 28 – Bayerische Staatsbibliothek München / Münchener DigitalisierungsZentrum (MDZ), Bild-ID bsb00063964_01085; Rechte: gemeinfrei (Public Domain Mark 1.0); Ausschnitt zugeschnitten.






