Mai 1872: Tödliche Messerstecherei beim Hebebier auf dem Klinglhof
Datum: 25.5.1872 – Genauigkeit: Tag (Tat in der Nacht vom 25. Mai, gemeldet „Cham, 26. Mai“)
Aus dem Amberger Tagblatt vom 28. Mai 1872, „Neuigkeiten aus der Stadt und dem Kreise“:
„Cham, 26. Mai. Gestern Nachts 11 Uhr wurde im Hause des Bauern Georg Daschner von Klingelhof, Gemeinde Habersdorf …“
Nach dem Bericht wurde dort der ledige Dienstknecht J. Möckl von Lixenried (Bezirksamt Waldmünchen) niedergestochen. Er stand im Dienst des Müllers A. Schmaderer von Balbersdorf. Der Täter war der ledige Dienstknecht Andreas Gruber von Thonberg. Er stach Möckl in die Seite, Möckl starb am 26. Mai. Als Motiv nennt das Blatt Eifersucht.
Gruber stach außerdem Johann Graßl von Grafenkirchen in den Rücken. Der Waldaufseher Jos. Hierl von Balbershof wurde mit einem Maßkrug schwer am Kopf verletzt. Das alles geschah bei einem Trinkgelage, nachdem ein Stadel aufgerichtet worden war. Gruber floh, vermutlich in Richtung Waldmünchen.
Die Tat wurde weit über die Oberpfalz hinaus gemeldet, unter anderem im Münchener Boten (30.5.), im Regensburger Anzeiger (31.5.) und in der Memminger Zeitung (1.6.1872). Im November 1872 stand Gruber vor dem Schwurgericht (siehe dort).
Hinweis: Die Zeitungen schreiben den Namen des Getöteten unterschiedlich (Möckl, Mükl, Mückl). Der Ortsname lautet „Klingelhof“ für Klinglhof. Bei Hierl steht in der Zeitung „Balbershof“.

Quellen
Bildnachweis/Lizenz: Scan-Ausschnitt aus: Amberger Tagblatt. 1872,1/6 – Bayerische Staatsbibliothek München / Münchener DigitalisierungsZentrum (MDZ), Bild-ID bsb10937381_00489; Rechte: Kein Urheberrechtsschutz – nur nicht-kommerzielle Nutzung (Rights Statement NoC-NC 1.0, https://rightsstatements.org/vocab/NoC-NC/1.0/); Ausschnitt zugeschnitten.






